Kidical Mass, JeKiFa und ADFC veranstalten am 13.6.2026 wieder ein Fahrradfest in Tannenbusch. Ab 14 Uhr erwartet die Kids dort die Kidical Mass.
Dieses Mal fahren wir zuerst eine kleine Übungsrunde durch Wohngebiet, bevor es auf die großen Hauptstraßen mit Kreiseln, roten Ampeln und anderen Herausforderungen geht.
Zweimal gibt es in diesem Jahr noch die Möglichkeit, Teil der Kidical Mass zu sein: am 13.09. ab Hofgarten und am 27.09. in Bad Godesberg.
Kurz vor der Kommunalwahl zeigen wir mit euch, wie schön Bonns Straßen sind, wenn sie voll mit radelnden Kids und ihren Eltern sind. Der Platz ist da – holen wir ihn uns!
Die Route am 13.09. führt extra an Stellen vorbei, wo Radeln innerhalb der letzten fünf Jahre deutlich angenehmer und sicherer geworden ist. Genießt mit uns eine Rundfahrt durch die Kaiserstraße, an der Rheinpromenade entlang und natürlich auch über die B9!
In Bad Godesberg werden wir am 27.09. dort fahren, wo es sonst für kleine und große Radelnde besonders gefährlich ist: Bonner Straße, Unterführungen, Wurzer Straße, usw. Auch dort muss Platz für sichere Radwege geschaffen werden! Wir wollen kein Zurück zu viel Platz für Autos, sondern eine Entschleunigung und Verbesserung der Lebensqualität durch entsprechende Infrastruktur.
Mit uns kommt ihr sicher in den Sommer! Am 28. Juni 2025 geht es um 14:30 Uhr am Beueler Rheinufer los und wir enden an der Bonner Oper, wo das Theater Bonn uns mit einer kleinen Aufführung erwartet.
Ob zum Schwimmbad, zum Sport, zur Schule oder auch zur Kita: Kinder auf zwei Rädern ist oft der beste Weg, innerhalb Bonns von A nach B zu kommen. Aber dafür brauchen wir sichere Straßen, Kreuzungen und ausreichend breite Gehwege! Diese fordern wir mit den Kinder-Fahrraddemos ein.
Die Strecke führt zuerst durch Beuel mit einer Schleife rund ums Rathaus, dann über den Rhein und etwas durch die Altstadt, bevor wir an der Oper ankommen. Dort erwartet uns „Rasen und Rampenlicht“ der Bonner Theater mit vielfältigen Mitmachangeboten für Kids: https://www.theater-bonn.de/de/programm/rasen-rampenlicht/230690
Die Tage werden länger, das Wetter wärmer und die Kinder auf Fahrrädern wieder häufiger. Zeit, auch wieder mit der Kidical Mass Platz für sie und ihre Familien zu schaffen!
Am 24. Mai starten wir am Bonner Hofgarten um 15 Uhr und werden gegen 16:30 Uhr am Spielplatz Baumschulwäldchen ankommen. Dort erwartet die Teilnehmenden Outdoor-Spielzeug wie Schwungtücher, Hüpfbälle und Pedalos. Seid dabei, wenn wir zuerst eine sichere Runde durch die Stadt drehen und anschließend den Nachmittag ausklingen lassen! Zusteigen ausdrücklich erwünscht!
Die Route führt zuerst die B9 entlang in den Norden, lässt uns am Potsdamer Platz dreispurig kreiseln und führt über die Viktoriabrücke und an alten Uni-Gebäuden entlang. Wie immer wird die Strecke von der Polizei abgesperrt.
Der Winter neigt sich dem Ende zu und es wird wieder Zeit für eine neue Saison mit der Kidical Mass Bonn. Das Orgateam hat schon schöne Ideen zusammengetragen um den Bonner Pänz tolle Erlebnisse auf ihren Fahrrädern zu verschaffen. Gleich am 29.03.25 geht es schon los in Tannenbuch.
In Kooperation mit JeKiFa e.V., ADFC und der Verkehrswacht Rhein-Sieg findet auf dem Parkplatz der Carl-Schurz-Grundschule ein Fahrradfest statt, bei dem die Kidical Mass den krönenden Abschluss bilden wird. Ab 13 Uhr gibt es einen Fahrradparcour, eine Werkstatt, Radtraining, Fahrradsimulator und ein Kuchenbuffet.
Um 14:30 Uhr geht es dann mit der Kidical Mass auf die Straße um Tannenbusch zu erkunden, Spaß zu haben und Werbung für eine familienfreundliche Verkehrswende in unserer Stadt zu machen. Wir freuen uns darauf euch alle wiederzusehen!
Nach den ersten beiden Fahrrad-Demos mit sowie für Kinder und deren Sicherheit im Straßenverkehr ging es weiter: Am 22. Juni 2024 fährt die Kidical Mass durch Bad Godesberg und Friesdorf.
Und falls ihr noch nicht wisst, was die Kidical Mass ist oder in Erinnerungen schwelgen wollt, empfehlen wir unseren aktualisierten youtube-Kanal
Unterschreibt bitte auch unsere Petition für mehr Schulstraßen in Bonn!
Am 20.4. fuhren wir mit 89 Teilnehmenden auf den nassen Straßen in Bonn Beuel. Trotz den Wetters kamen Kinder und Eltern. Der Fahrradparcours des ADFC war eine gute Übung für die anstehenden 7km. Seid auch dabei, wenn Kinder bald wieder auf ihren Rädern den Bertha, die B9 und viele andere Bonner Straßen erobern!
Am 04. Mai starteten und endeten wir im Rahmen der internationalen Kidical Mass-Woche am Bonner Hofgarten. Die Zirkusshow von Don Mehloni. 223 Teilnehmende waren bei der anschließend Rundfahrt dabei.
DCIM100GOPROGOPR0374.
#savethedate Am 22. Juni geht es vielleicht durch Bad Godesberg…
Am 23. September war es wieder so weit: am Hofgarten in Bonn versammelten sich zahlreiche Menschen, zur Kinder-Fahrraddemo. Zuerst bastelten wir mit den Kindern Schilder mit ihren Wünschen an Mobilität und fuhren danach mit Ihnen durch die Altstadt, über den Rhein und durch Beuel. Bei bestem Wetter klang der Nachmittag anschließend auf einer Wiese neben einem Spielplatz aus.
In diesem Jahr gab es fünf Kidical Mass-Veranstaltungen in Bonn. Wir radelten mit euch durch viele Bonner Stadtviertel und erlebten sowohl Samba-Trommeln als auch Plakate basteln vorweg. Als Teil der weltweiten Kidical Mass-Bewegung nahmen wir an beiden Aktionswochenenden im Mai und September teil. Jeweils waren wir Teil von über 400 weltweiten Kinder-Fahrraddemos. In Bonn bewegten wir in diesem Jahr über 1.000 Personen umweltfreundlich. Viel wichtiger aber sind die lachenden Kindergesichter, wenn sie endlich sicher und mit ausreichend Platz durch „ihre Straßen“ fahren können.
Foto: Manuel PeterFoto: Manuel PeterFoto: Manuel PeterFoto: Manuel PeterFoto: Manuel PeterFoto: Manuel Peter
Die aktuelle Bonner Verkehrspolitik wird von manchen als Bevorzugung des Radverkehrs gesehen. Dies geht so weit, dass sogar “Autohass” vorgeworfen wird. Dabei geht es lediglich um den Abbau von Privilegien und eine gerechtere Aufteilung des öffentlichen Raumes. Mit Hass hat das nichts zu tun.
Kürzlich wurde ich auf Social Media als “Autohasser” bezeichnet. Was war geschehen? Nachdem ein Taxifahrer sich in der Lokalzeitung über ein Knöllchen wegen Falschparken beschweren durfte, schlug ich die Einrichtung von Lieferzonen in jeder Straße vor, die auch von Taxen genutzt werden könnten. Dabei wies ich darauf hin, dass dies am einfachsten ginge, indem man in jeder Straße zwei bis drei bestehende Parkplätze zu einer Lieferzone umwandelt. Das reichte aus, damit mich jemand als “Autohasser” bezeichnete.
Verschiedene Sichtweisen: Fahrrad, zu Fuß, ÖPNV, Auto
Ich hasse keine Autos. Ich besitze zwar selbst keins, da es sich für mich finanziell einfach nicht lohnt. Trotzdem fahre ich doch mindestens einmal pro Monat per Carsharing Auto und bin dann auch recht froh darüber, dass es Autos gibt. Z.B. für Besuche von Freunden irgendwo im Siebengebirge, für die Fahrt zu einer Hochzeit irgendwo in der Eifel oder einfach nur, weil ich im Baumarkt viel Zeug für den Garten besorgen möchte. Es gibt eine Reihe Anwendungsfälle für mich, für die Autos eine gute Lösung sind.
Was mich von dem Menschen, der mich als “Autohasser” bezeichnet hat, offensichtlich unterscheidet, ist die Tatsache, dass ich neben der Autofahrerbrille auch immer wieder die Radfahrer-, die Fußgänger- und die ÖPNV-Nutzer-Brille trage, wenn ich mich durch unsere Stadt bewege. Nimmt man diese unterschiedlichen Perspektiven regelmäßig ein, wird man schnell feststellen, dass der Raum in unseren Straßen sehr einseitig zugunsten des Autos verteilt ist. Und das führt zu Gedanken, ob das so richtig ist.
Beispiel Drususstraße
Ich möchte dies am Beispiel einer Bonner Straße verdeutlichen: der Drususstraße in Castell, einer eher ruhigen Anwohnerstraße ohne Durchgangsverkehr. Schauen wir uns zwei Fotos der Straße an:
Um diese Fotos einordnen zu können sollten wir uns ansehen, welche Bedarfe an eine solche Straße typischerweise gestellt werden:
Menschen, die mit dem Auto fahren, möchten dort durchfahren können.
Menschen, die zu Fuß gehen, möchten die Straße entlang gehen können. Dies betrifft auch Menschen mit Kinderwagen, Menschen mit Einkaufstrolleys oder mobilitätseingeschränkte Personen mit Rollator oder Rollstuhl.
Radfahrende Menschen möchten durch die Straße fahren können.
Menschen, die ein Auto, aber keinen privaten Stellplatz besitzen, möchten dieses parken. Gleiches gilt für Firmenfahrzeuge in der Straße ansässiger Unternehmen.
Menschen, die ein Fahrrad, aber keinen privaten Stellplatz besitzen, möchten dieses parken. Gleiches gilt für Räder in der Straße ansässiger Unternehmen.
Handwerker sowie Lieferdienste möchten ihre Fahrzeuge kurzzeitig in der Nähe ihrer Kunden abstellen (Lieferzonen).
Anwohner*innen möchten, dass ihre Kinder draußen, und damit auch im Bereich der Straße, sicher spielen können. Dazu möchten Anwohnende u.a., dass Autos nicht zu schnell fahren.
Polizei, Rettungswagen und insbesondere Feuerwehr möchten ausreichend Platz, um im Notfall die Straße passieren zu können.
Um sich an den Klimawandel anzupassen, möchte die Stadt mehr Bäume pflanzen und Flächen entsiegeln, um dadurch der Aufheizung der Stadt entgegenzuwirken.
Zeigen die Fotos einen guten Kompromiss?
Nun schauen Sie sich nach der Lektüre dieser – bestimmt nicht vollständigen – Anforderungen die obigen Fotos der Drususstraße noch mal an und stellen sich die Frage, ob all diese Interessen bei der aktuellen Nutzung dieser Straße berücksichtigt werden. Diese Frage kann man nur mit “Nein” beantworten.
In der Drususstraße ist der Gehweg auf der einen Seite durch gekipptes Autoparken so schmal, dass zufussgehende Menschen mit Kinderwagen o.ä. diesen nicht verwenden können (erstes Foto rechte Seite). Ein Queren der Straße, um ein Gebäude auf der anderen Seite zu erreichen, ist aufgrund der durchgehend beparkten Straße erschwert. Radfahrende fahren durch die beidseitig geparkten Autos und die recht schmale Fahrbahn eigentlich immer in der gefährlichen Dooring-Zone. Fahrradabstellplätze existieren im öffentlichen Raum der Straße überhaupt nicht. Auch eine Lieferzone sucht man vergeblich. Für Autoparkplätze hingegen wird sehr viel Platz eingeräumt. Im zweiten Foto sieht man sogar platzraubende Schrägparkplätze, denen offensichtlich Vorrang vor einem Radweg, Fahrradbügeln zum Abstellen von Fahrrädern gegeben wurde.
Stadtbezirk Bonn: die Hälfte der Haushalte ohne Auto
Wenn ich Ihnen jetzt noch sage, dass im Stadtbezirk Bonn fast die Hälfte aller Haushalte (46%) gar kein Auto besitzt, dann wirken die Fotos der Drususstraße nochmal einseitiger.
Natürlich sind einige der genannten Interessen gegenläufig und somit nicht vollständig umsetzbar (z.B. möglichst viel Autoparkraum vs. breite Gehwege oder Parkplätze vw. Lieferzonen). Es muss ein Kompromiss gefunden werden, der möglichst viele Interessen berücksichtigt. Die Drususstraße zeigt, dass in Bonn in den letzten Jahrzehnten dieser Kompromiss nicht gesucht wurde. Straßen wurden einseitig zugunsten der Interessen der Autofahrenden gestaltet und genutzt. Andere Interessen wurden nur nachrangig oder überhaupt nicht berücksichtigt.
Lösung: Straßenraum neu aufteilen
Bonn möchte die Verkehrswende umsetzen. Der Anteil des Fuß- und Radverkehrs sowie des ÖPNV sollen steigen. Dafür brauchen wir passende Infrastruktur. Das sind nicht nur neue Stadtbahnlinien und Radwege durch die Rheinaue. Wir müssen auch über die Neuverteilung des bestehenden Straßenraums sprechen.
Wie können wir den vorhandenen – und begrenzten – Straßenraum so verteilen, dass die Interessen aller berücksichtigt werden? Wenn wir diese Neuverteilung vornehmen, werden mehr Menschen auf alternative Verkehrsträger umsteigen, weil sie merken, dass diese durch ernstzunehmende Infrastruktur angenehmer für sie zu nutzen werden.
Weiteres Beispiel Niebuhrstraße
Die Drususstraße habe ich als Beispiel genommen, da sie besonders negativ hervorsticht. Aber auch in vielen anderen Bonner Straßen kann man sich fragen, ob dort wirklich ein guter Kompromiss aller Interessen gefunden wurde.
Dieses Foto zeigt die Niebuhrstraße in der Südstadt. Auch hier hat man sich für platzraubende Schrägparkplätze und gegen einen Radweg oder Fahrradbügel entschieden. Ich habe in der gesamten Niebuhrstraße keine einzige Möglichkeit zum Parken eines Fahrrades gesehen.
Da die Schrägparker aber anscheinend noch nicht ausreichend, hat man dann auch noch auf der anderen Seite den Gehweg auf die absolute Mindestbreite halbiert, damit noch mehr Autos parken können. Bäume oder anderes Grün sieht man hier – außer auf privaten Grundstücken – gar keine. Auch die Niebuhrstraße wird maximal einseitig für die Interessen der autofahrenden Bevölkerung genutzt.
Beispiel Adenauerallee
Dieses Foto zeigt die zur Zeit heiß diskutierte Adenauerallee. Auf der linken Straßenseite liegt das Beethovengymnasium. Wurden hier bei der Straßengestaltung wirklich die Interessen einer Schule in irgendeiner Form berücksichtigt? Nein. Sogar die Bushaltestelle engt den Gehweg ein – und das direkt vor der Schultür. Dieses Foto zeigt deutlich, dass die oberste Maxime bei der Gestaltung dieser Straße der Durchsatz an Autos war. Und das ist maximal einseitig. Auch wenn es sich bei Adenauerallee um eine Bundesstraße handelt, so gibt es dort trotzdem Interessen von nicht-Autofahrenden, die ebenfalls Berücksichtigung finden müssen.
Die wirklich katastrophale Radinfrastruktur in diesem Foto lässt sich eigentlich fast gar nicht als solche bezeichnen. Der Schutzstreifen hat keinen Abstand zu den parkenden Autos, so dass Radfahrer in die Dooringzone gezwungen werden. Außerdem verleiten die zwei Autospuren dazu, dass Autofahrer auf der rechten Spur Radfahrende mit deutlich zu wenig Abstand überholen – wie ich heute beim Befahren der Straße erst wieder mehrmals erfahren musste (sonntags bei wenig Verkehr). Die Interessen der Radfahrenden wurden bei der Gestaltung der Adenauerallee ignoriert und später durch Hinzufügen des schlechten Schutzstreifens zu reparieren versucht.
Ist es Autohass, die Interessen aller zu berücksichtigen?
Wenn ich also fordere, Parkplätze in Lieferzonen umzuwandeln oder gekipptes Parken auf viel zu schmalen Gehwegen abzuschaffen, dann ist das kein Autohass, sondern der Wunsch nach der Berücksichtigung der Interessen aller. Natürlich fühlt sich die Reduktion von Parkplätzen aus Sicht von Menschen, die sich ausschließlich mit dem Auto fortbewegen, ungerecht und falsch an. Das liegt aber nicht daran, dass autofahrende Menschen benachteiligt werden sollen, sondern dass autofahrende Menschen bisher über sehr große Privilegien verfügten (siehe Beispiel Drususstraße), die nun in Frage gestellt werden, um einen wirklichen Kompromiss zwischen den Interessen aller zu erreichen.
Wir werden die Ziele der Verkehrswende nicht erreichen, indem wir die aktuelle Straßeninfrastruktur so lassen, wie sie ist. Dazu nimmt sie durch jahrzehntelange Privilegierung schlicht zu viel Platz ein und lässt zu wenig Raum übrig für die anderen Verkehrsteilnehmer. Die medienwirksam und mit viel Geld gestartete Kampagne der Bonner Wirtschaftsverbände sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch die Wirtschaftsverbände nur ein Interessensträger unter vielen in der Frage der Gestaltung des öffentlichen Raums sind. Anwohnende, Kinder in Schulen und Kitas, die Anpassung an den Klimawandel sind nur einige weitere Interessenträger, die auch Berücksichtigung finden müssen.
Abbau von Privilegien des Autoverkehrs
In den Bonner Medien und Teilen der Politik und Wirtschaft wird z.Zt. eine Bevorteilung des Radverkehrs gesehen. Ich halte dies für die Folge einer schiefen Wahrnehmung. Was in Bonn gerade passiert, ist der Abbau von Privilegien autofahrender Menschen zugunsten anderer Verkehrsarten. Um in den wenigen bisher umgesetzten Maßnahmen zur Verbesserung der Fahrradinfrastruktur eine einseitige Bevorzugung des Radverkehrs zu sehen, muss man schon eine sehr starke Autofahrerbrille aufsetzen.
Parken als berechtigtes Interesse unter vielen anderen
Nun höre ich beim Schreiben schon den Aufschrei: “Wo sollen die Leute denn dann parken?” Damit keine Missverständnisse entstehen: Ich halte das Interesse von Autobesitzern, ihr Auto irgendwo abzustellen, für berechtigt. Ich sehe nur nicht ein, wieso wir als Gesellschaft dieses Interesse über alle anderen stellen sollten. In den letzten Jahrzehnten wurden Interessen wie z.B. Fahrradparken, ausreichend breite Gehwege und auch Lieferzonen für den Wirtschaftsverkehr fast vollständig ignoriert, während Autoparken überall ermöglicht wurde wo es nur irgendwie ging – auf Kosten der anderen Interessenlagen. Ja, wir sollten Autoparkplätze im öffentlichen Raum vorhalten. Aber es können nur so viele sein, so dass auch alle anderen Interessen in der Straße ihren Raum finden.
Bauen wir unsere Stadt so um, dass der Straßenraum nicht einseitig den Interessen der Autofahrenden genügt. Dann erreichen wir auch eine Verkehrswende hin zu mehr Fuß- und Radverkehr sowie mehr ÖPNV-Nutzung. Es reicht nicht, tolle neue Stadtbahnlinien zu bauen oder den Busverkehr durch Umweltspuren zu beschleunigen, wenn der Fußweg zur Haltestelle durch Gehwegparken ein Hindernisparcour bleibt.
Am 03.09. folgt die zweite Kidical Mass dieses Sommers in Bonn. Wir starten ab der Rigalschen Wiese um ca. 15 Uhr und fahren dann zuerst in Richtung Lannesdorf, um dann über die Bundesstraße zurück am Kino vorbei wieder zur Rigalschen Wiese zu kommen. Wir möchten uns auch in diesem Stadtteil entspannt und auf dem Fahrrad bewegen können. Dieses Mal sperrt die Polizei die Straßen extra für uns ab, doch wie schön wäre es, wenn wir tatsächlich so sicher und entspannt mit Kindern durch die Stadt fahren könnten?
Bereits am 19.08. waren wir mit ca. 150 Teilnehmenden am Poppelsdorfer Schloss gestartet und radelten über Kessenich und die Südstadt dorthin zurück. Unsere Routen sind meistens zwischen 6 und 7km lang und wir passen das Tempo den Kindern an. So kann es mitunter auch zu Pausen kommen, um auf die Schlusslichter zu warten. Das gibt die Gelegenheit, die Stadt mal aus einer seltenen Perspektive wahrzunehmen und es zu genießen.
Bei allen unseren Fahrrad-Demos freuen wir uns über die Unterstützung des ADFC und vieler engagierter Eltern. Mit jedem Termin geben wir so vielen Kindern die Möglichkeit, sich ihre Stadt ein wenig zurückzuerobern. Wir suchen weiterhin Menschen, die mithelfen beim Fotografieren, Routenplanen, Werbemaßnahmen durchführen, Ordner-Aufgaben während der Demo, Videobearbeitung, usw. Meldet euch gern unter kidicalmass@radentscheid-bonn.de